Fritz Vahrenholts monatliche Sonnenkolumne

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne. Ganz unten auf der Seite finden Sie ein Archiv aller seiner Rundbriefe.

30. Dezember 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonnenaktivität war auch im November unterdurchschnittlich. Die Sonnenfleckenzahl betrug lediglich 5,9 - deutlich unter dem Mittelwert aller bisherigen Sonnenzyklen. An 16 Tagen war die Sonne fleckenfrei. Wir sind im solaren Minimum angekommen. Es wird noch etwa ein Jahr anhalten.  Die polaren Felder zeigen uns, dass der nächste Sonnenzyklus vergleichbar schwach werden wird.

Die Sache mit der „Pause“ oder dem „Hiatus“

Bis 2016 war die “Pause” in aller Munde. Die globalen Mitteltemperaturen stiegen von 1998 bis 2012 nur sehr geringfügig an. Das Mittel aller Modellrechnungen sagte eine Erwärmung um 0,21 °C/Dekade voraus, gemessen wurden aber lediglich ein minimaler Anstieg von 0,05 °C/Dekade (IPCC 2013,S.5). Die “Pause” schaffte es sogar in die Langfassung des IPCC-Report von 2013. Im Technischen Report auf Seite 63 rätselt man über die Ursachen.

Die Abschwächung des globalen Temperaturanstieges der letzten 15 Jahren wird dort auf das Zusammenwirken von
- einem deutlichen Minimum im solaren 11-jährigen Zyklus,
- vulkanischer Aktivität und
- interner Klimavariabilität
zurückgeführt.

Doch dieser interessante Abschnitt schaffte es nicht in die Zusammenfassung “Summary for Policymakers”. Auf politischen Druck hin wurde in der Zusammenfassung der Hinweis auf einen Hiatus oder eine Pause gestrichen. Besonders hervorgetan hatten sich bei den Abschlussverhandlungen in Schweden im September 2013 die Vertreter des Umweltministers Altmaier (CDU) und der Wissenschaftsministerin Wanka (CDU). Als Begründung wurde vorgetragen, dass eine 15 -jährige Pause in der Temperaturentwicklung zu kurzfristig sei, um die Klimaprognosen der Modellrechnungen in Frage zu stellen. Was kümmert mich die Realität, wenn doch die Modellrechnungen mir besser ins politische Konzept passen ! Und man war ja gerade dabei , die Dekarbonisierung durch “die grosse Transformation” (Schellnhuber, Klimaberater der Bundeskanzlerin)  der deutschen Industriegesellschaft umzusetzen. Da störte die Pause.

Die Pause wird “wissenschaftlich” abgeschafft

Die Pause war ab Mitte 2015 Geschichte, denn der Super ElNino von 2015/16 liess die globalen Mitteltemperaturen gewaltig ansteigen. Einige Klimawissenschaftler verbreiteten nun, dass sich die Diskrepanz zwischen Modellen und Realität schliessen würde. Der Anstieg wurde von vielen Wissenschaftlern dem CO2 zugeschrieben. Aber nach Ende des ElNino gingen die Temperaturen wieder auf das Niveau der ersten Hälfte des Jahres 2015 zurück und verharren seitdem dort. Wohl prophylaktisch schaffen daher im Dezember 2018 eine Reihe von Wissenschaftlern in zwei  Publikationen die “Pause” im Nachhinein ab. Die “Pause” hat es nie gegeben !

Einige der Autoren sind in der Klimaforschung  tonangebende Wissenschaftler und gut bekannt: Michael Mann, der Erfinder des längst widerlegten Hockeysticks, nach dem in den letzten tausend Jahren die Temperatur konstant war und sich erst durch das CO2 erhöhte; Stefan Rahmstorf, noch heute Verteidiger des Hockeysticks; Stephan Lewandowsky, australischer Psychologe, der behauptete, dass 97 % der befragten Wissenschaftler glauben, dass der Mensch die alleinige Ursache der globalen Erwärmung ist und Naomi Oreske, amerikanische Psychologin und Aktivistin, die immer wieder behauptet, dass kritische, skeptische Wissenschaftler von der Ölindustrie finanziert seien.

Die Schlussfolgerungen dieser Wissenschaftler (?)  ist, dass diejenigen Klimawissenschaftler, die sich mit der „Pause“ beschäftigt haben,  Unsicherheiten in der Politik geschürt hätten und den so dringend gebotenen sofortigen Aktionen gegen die Klimakatastrophe „den Schwung genommen“ hätten. Das würde „unkalkulierbar höhere Zukunftsrisiken“ eintragen. Wohlgemerkt, es gab über 200 Publikationen von Wissenschaftlern über die Pause, die hier durch diese ehrenwerte Gesellschaft gebasht werden.

Kommt die “Pause” wieder ?

Steigt die globale Lufttemperatur in den nächsten fünf Jahren nicht deutlich, so sind alle Modellsimulationen außerhalb des Vertrauensbereiches. Da hilft selbst ein leichter Anstieg nicht mehr, um die Modelle zu retten.  Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, dass die globalen Modelle die natürliche Variabilität unterschätzen und viele Wechselwirkungen im Klimasystem nur unzureichend erfassen und dem CO2 fälschlicherweise eine nahezu alleinbestimmende Steuerung des Klimas zuweisen..

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

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2018

November 2019: Die Sache mit der „Pause“ oder dem „Hiatus“

September & Oktober 2018: Arktisches Meereis, Ozeanerwärmung und Neues von Wolken

August 2018: Atmosphärische Konflikte

Juli 2018: Ein heißer Sommer

Juni 2018: Das arktische Klima

Mai 2018: antarktische Alpträume

April 2018: Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 und die Kohlekommission

März 2018: Neues über die Treibhausgase

Februar 2018: Der Status der Ozeane

Januar 2018: Der Koalitionsvertrag

2017

Dezember 2017: Klima-Wetter

November 2017: Neues über Aerosole

Oktober 2017: Das Christmädchen steht vor der Tür

September 2017: Der Rückgang des arktischen Meereises kommt zum Erliegen

August 2017: Hurrikane zwischen Propaganda und Wissenschaft

Juli 2017: CO2-Klimasensitivität sackt in neuer Arbeit dramatisch ab

Juni 2017: Modelharakiri

Mai 2017: Der Iris-Effekt

April 2017: Antarktische Blütenträume

März 2017: Eine ENSO-Nachlese

Februar 2017: Das antarktische Meereis

Januar 2017: „Pause“ oder nicht?

 

2016

Dezember 2016: Eine Vorschau

November 2016: Modellannäherungen an die Realität

Oktober 2016: Die Ozeane im „Klima“-Modell und der Realität

September 2016: Ein Rückblick auf die arktische Schmelzsaison

August 2016: Die Wirkung der Sonne auf Wolken

Juli 2016: Die Sache mit der AMO

Juni und Mai 2016: Die Entwicklung der Temperaturen nach dem El Nino

April 2016: El Nino-klimatisch

März 2016: Ein versiegender El Nino und die berüchtigten „Tipping Points“

Februar 2016: Die aktuellen Wärmerekorde

Januar 2016: Rekorde und Ozeanströmungen: Der Golfstrom bleibt stabil!

 

2015

Dezember 2015: Klimamodell-Kopfstände in der Antarktis

November 2015: Modellgeflüster (Teil 1)

Oktober 2015: Fußgängerampeln in New York

September 2015: Ein Bericht zum Wissensstand vor der Pariser Klimakonferenz

August 2015: Der klimatische UV-Verstärker in der Stratosphäre

Juli 2015: Neues auf dem Wege nach Paris

Juni 2015: Neues Maunder-Minimum angekündigt. Droht eine Neuauflage der Kleinen Eiszeit?

Mai 2015: Atlantikwellen

April 2015: Sonnenzyklus

März 2015: Eiszeitvisionen

Februar 2015: Die Validierung von Klimamodellen

Januar 2015: Atlantische Prognosen

 

2014

Dezember 2014: Eine aufschlussreiche Arbeit zum Temperaturantrieb

November 2014: Modell-Kuriositäten

Oktober 2014: Die Annäherung der Klimaforschung an die Realitäten

September 2014: Achtung, X-Flares!

August 2014: Die interne Variabilität des Klimas und neueste Nachrichten über das arktische Eis

Juli 2014: Das arktische Eis im Hochsommer

Juni 2014: Aktuelles von Land und Wasser

Mai 2014: Wärme aus dem Meer

April und März 2014: Was uns die Ozeane bis zum Jahresende bescheren könnten

Februar 2014: Wird die nordatlantische Variabilität schon seit langem von der Sonnenaktivität bestimmt?

Januar 2014: Neues vom polaren Sonnenfeld

 

2013

Dezember 2013: Ein Aufleben

November 2013: Sie werden noch etwas Gefrierschutzmittel nachfüllen müssen

Oktober 2013: Minima voraus!

September 2013: Spektrale Fortschritte

August 2013: Wissenschaft bei der Arbeit

Juli 2013: Aktuelles und ein wenig Statistik

Juni 2013: Auf dem Weg in ein großes Minimum? Neue Arbeit zu den möglichen Folgen

Mai 2013: Neuigkeiten zum Klimaeinfluss durch kosmische Strahlung

April 2013: Polt jetzt der Südpol um?

März und Februar 2013: Wer ist Schuld am Kältewinter?

Januar 2013: Aktivität bleibt ungewöhnlich niedrig

Dezember 2012: Sonne nur ein Drittel so aktiv wie im Durchschnitt

November 2012: Die Sonne im November 2012